Lebensraum

Wiese in der Langen Erle.

Die Gewässer erfüllen vielerlei Funktionen: Sie sind Lebensraum für Tiere, Pflanzen und andere Organismen und werden gleichzeitig vom Menschen für Erholung, Siedlungsentwässerung, Wasserkraft, Schifffahrt etc. genutzt.

Die Vernetzung zwischen Wasser und Land und die Durchgängigkeit der Gewässer in Längsrichtung wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte vielerorts durch Ufer- und Sohlenverbauungen eingeschränkt, um Raum für Bauten und Infrastrukturanlagen zu erhalten und diese vor Hochwasser zu schützen. Die meisten Bäche und Flüsse im Kanton Basel-Stadt sind durch künstlich-monotone Gewässerstrukturen gekennzeichnet, lediglich in den ländlichen Gebieten von Riehen finden sich noch naturnahe Gewässerstrecken (siehe Diagramm unten).

Graphik Ökomorphologie
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Ökomorphologischer Zustand der Fliessgewässer im Kanton BS (Stand 2015)

Die Strukturgüte eines Gewässers wird anhand verschiedener ökologisch relevanter Kriterien beurteilt und einer von fünf Güteklassen, von naturnah bis naturfremd, zugeordnet. Bei der Charakterisierung des ökomorphologischen Zustands sind vor allem folgende Merkmale von Bedeutung:

  • Mittlere Sohlenbreite
  • Wasserspiegelbreitenvariabilität
  • Verbauungsgrad der Sohle und des Böschungsfusses
  • Breite und Beschaffenheit des Uferbereichs

Zudem werden alle für Wassertiere relevanten, natürlichen und künstlichen Hindernisse erfasst, welche die Wanderung und Ausbreitung in Längsrichtung behindern oder gar verunmöglichen. Als Durchgängigkeitsstörungen gelten Bauwerke wie Wehre, Abstürze sowie Verrohrungen oder Eindolungen.

Natürlicher Immenbach im Moostal, Riehen Zoom

Natürlich, naturnah: Immenbach im Moostal, Riehen

wenig beeinträchtigter Abschnitt der Wiese Zoom

Wenig beeinträchtigt: Abschnitt der Wiese, Basel

stark beeiträchtigter Abschnitt der Wiese Zoom

Stark beeinträchtigt: Abschnitt der Wiese, Riehen

künstlich-naturfremder Abschnitt im Weilmühleteich Zoom

Künstlich-naturfremd: Abschnitt des Weilmühleteichs, Riehen